Das Stadt-Gefühl – wo lebe ich eigentlich?

Jeder Ort in der Stadt erzeugt Gefühle. Auch in dir. Ist dir das schon einmal aufgefallen? Es ist das sogenannten Stadtgefühl. Tatsächlich gibt es keinen einzigen Platz, der nichts mit einem macht. Aber meistens passiert das unbewusst. Wenn du einen bestimmten Ort besonders intensiv wahrnehmen möchtest, versuch doch mal Folgendes: Setz oder stell dich bequem hin, atme ein paarmal tief durch die Nase ein und aus. Du kannst dabei die Augen schließen oder nicht. Mach es so. wie es für dich richtig ist, deine Gedanken dabei kommen und gehen. Wie reagiert dein Körper auf den Ort? Nutze deine Nase, was sie riecht?

Das Umfeld beeinflusst dein Wohlbefinden

Hören deine Ohren gern, was sie aufnehmen? Ist es laut oder leise? Ist es zugig oder windstill? Nimm einfach deine Umgebung wahr, wie sic bei dir ankommt. Falsch oder Richtig gibt es dabei nicht. Was zählt, ist deine Reaktion. Wichtig ist nur, dass du dir ein bisschen Zeit nimmst für dieses Experiment. Und wenn du damit fertig bist, schau dich um. Was siehst du jetzt, was du vorher nicht bemerkt hast? Es ist wirklich erstaunlich, was wir auch ohne spirituelle Fähigkeiten wahrnehmen können.

Du ahnst es vielleicht schon: Wenn man sich die Zeit nimmt, einen Raum mit allen Sinnen zu erfassen, versteht man plötzlich, was er mit einem macht. Mehr von deiner Umgebung wahrzunehmen, kannst du auch ganz gezielt trainieren. Zum Beispiel, indem du deinen Tastsinn aktivierst und deine Stadt ganz bewusst mit den Händen berührst.

Das geht natürlich nicht im Ganzen, aber im Detail. Wie rau oder glatt ist die Borke des Baumes, an dem du jeden Tag vorbeikommst? Was für ein Baum ist es überhaupt? Bläst der Wind an manchen Ecken stärker als an anderen? Wärmt die Sonne dein Gesicht, wenn sie hinter einer Wolke hervorkommt? Oder deinen Rücken? Kitzelt das Gras zwischen deinen Zehen? Wird dir das Pflaster des Bürgersteigs im Sommer unter den nackten Fußsohlen zu heiß? Und das Metallgeländer im Winter an den Händen zu kalt? Geh mit offenen Augen und Ohren durch die Straßen. Fahre deine Finger wie Antennen aus und begreife deine Stadt! Los!