Seemannsgarn und Containerschiffe – der Hamburger Hafen

Er ist der zweitgrößte Seehafen Europas und trägt den etwas kitschigen Beinamen „Tor zur Welt“: Der Hamburger Hafen. Seit dem 7. Mai 1189 werden dort tausende Tonnen Waren umgeschlagen und rund um seine Anlegestellen, Kais und Containerterminals hat sich eine eigene Kultur, Architektur und Mentalität entwickelt.

Der Ruf des Barkassen-Kapitäns

Lautstark und hanseatisch-charmant werden Besucher am Hamburger Hafen zu einem touristischen Pflichtprogramm angeworben. An den St. Pauli Landungsbrücken brummen die Dieselmotoren der Rundfahrt-Barkassen und warten darauf, die Gäste über die Elbe zu schippern. Zu den riesigen Werftanlagen schaukeln die Boote durch das Kielwasser großer Passagierschiffe und steuern anschließend die von Backsteinhäusern gesäumten Kanäle der Speicherstadt an. Bei den Erzählungen des Bootsführers ist es oft schwer zu unterscheiden, ob die Geschichten wahr oder bloßes Seemannsgarn sind.

„Hoch soll er leben“ – der Hafengeburtstag

In den Tagen um den 7. Mai strömen durchschnittlich eine Million Besucher an die Hafenkante. Das Herz Hamburgs feiert Geburtstag und zelebriert das größte, maritime Fest der Erde. Drei Tage herrscht Volksfeststimmung und Open-Air-Konzerte unterhalten die Schaulustigen. Die Höhepunkte der Party sind ein gigantisches Feuerwerk, zwei Schiffsparaden und das sogenannte „Schlepperballett“. Dabei zeigen die klobigen Motorschiffe eine Art Formationstanz auf dem Wasser.

Fischmarkt und herrliche Museen

Jeden Sonntagmorgen treffen sich Frühaufsteher und Nachtschwärmer vor der Fischauktionshalle der Hansestadt. Verkauft werden dieser Tage aber nicht nur Fischbrötchen und der frische Fang. Die Marktschreier preisen Obst, Käse und Textilien ebenso wortgewandt an und liefern sich auch halbernst gemeinte Scharmützel. Wer sich über die Historie Hamburgs informieren möchte, findet in der Speicherstadt reichlich Gelegenheit dazu. Sehenswert sind das „Internationale Maritime Museum“, das „Gewürzmuseum“ und das „Speicherstadtmuseum“.

Nostalgie und modernste Technik

Der Hamburger Hafen vereint alte Windjammer und die Queen Mary II, er bringt riesige Container- und alte Dampfschiffe zueinander und meint dabei eine Symbiose aus Matrosen-Romantik und knallharter Geschäftswelt. Fernweh und Unternehmergeist sind hier beheimatet.